Geschäftsbericht Migros 09 - Streitpunkt "online" oder klassisch?
Die Migros hat erstmals ihren Geschäftsbericht nur im Internet publiziert. Schön dargestellt, technisch ausgereift, mit Filmen, Grafiken und Links bestückt. Unter http://m09.migros.ch findet sich der Geschäftsbericht der Migros 2009. Auf den ersten Blick ein gelungenes Werk. Hergestellt unter Mitwirkung mehrerer externer Berater und Agenturen. Ein mutiger Entscheid, hat doch die Migros jahrelang brilliert mit ihren grafisch ansprechend gestalteten, gedruckten Geschäftsberichten, die den Leser an einem roten Faden durch die Geschichte des Berichtsjahres führten.
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| Geschäftsbericht 2008 | Geschäftsbericht 2009 |
Der neue Geschäftsbericht ist anders. Man klickt sich durch, betrachtet Filme, Grafiken und Texte, begleitet in einem Video den CEO auf einem Rundgang durch die Migros während er seinen Jahresrückblick präsentiert. Alles entspricht 100-prozentig neuester Technologie.
Paradigma-Wechsel?
Ist damit ein Paradigma-Wechsel in der Produktion der Geschäftsberichte eingeläutet? Konsumiert haben diesen Bericht bestimmt viele. Die Click-Raten auf der Website der Migros müssen hochgeschnellt sein. Doch ist diese Art der Präsentation eines Geschäftsberichtes auch nachhaltig? Sicher ist, dass die Chronologie der Dokumentation der Migros-Geschichte mit dieser Online-Präsentation unterbrochen ist. In der langen Reihe bemerkens- und sehenswerter Jahresberichte klafft künftig ein Loch.
Bei aller Raffinesse und einer ausgezeichneten Umsetzung: Geschäftsberichte in gedruckte Form sind besser, weil lesbarer und nachvollziehbarer. Man verliert sich nicht in Links und Nebenschauplätzen, die zwar attraktiv, aber ablenkend und in ihrer Fülle verwirrend wirken. Der gedruckte Geschäftsbericht ist ein Stück Firmengeschichte. Ein Ganzes. Ein Werk, das durchgeblättert, zurückgeblättert und weiter gereicht werden kann.
Transportmittel ist entscheidend
Ist diese Wahrnehmung eine Generationenfrage? Wohl kaum. Eher eine Frage nach der Wahl des richtigen Transportmittels. Jede Nachricht verlangt nach dem besten Medium. Und Gutenberg hat nicht ausgedient! Modern allein genügt nicht. Das zeigt unsere tägliche Agenturarbeit. Es gilt immer wieder neu den richtigen Mix zu finden zwischen konventionellen und „modernen“ Kommunikationsmitteln. Die Frage, wann Social Media und Web 2.0 effizient eingesetzt werden, darf nicht allein eine Frage der technischen Möglichkeiten und der im Moment trendigsten Art sein. Sie muss abgestimmt sein auf Effizienz und Wirkung beim Zielpublikum. Integrale Kommunikation heisst die Devise! Sie ist vergleichbar mit einem Gourmet-Rezept: ausgewählte Zutaten in bestechender Harmonie, Fein-Abstimmung von Aromen und Gewürzen sowie fachmännische Zubereitung und gekonnte Präsentation führen zu höchstem Genuss… und zum Erfolg.
- Tags: Geschäftsbericht, Migros, Social Media


Martin Rhyner, Projektleiter "Bern bewegt!":
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